Krebs - Tumor - Chemotherapie beim Hund

Krebszelle
Originalfoto: Action royaliste GAR auf flickr.com

Bei unserer Berner Sennenhündin Sophie (4 Jahre) ist Krebs festgestellt worden. Wir sind noch ganz benommen. Die Krebsbehandlung meiner Schwiegermutter hat uns sehr geschafft. Es war sehr schwer, sie leiden zu sehen. Nun befürchten wir ähnliches bei unserer Sophie durchzumachen. Cordula S., Rostock

Sehr geehrte Frau S.,
um Sie eingehender in dieser Frage zu beraten, müsste ich wissen, welches Gewebe an einem Tumor erkrankt ist, ob es sich um eine gut- oder bösartige Geschwulst handelt und wie weit und wie schnell der Tumor bereits gewachsen ist. Liegen bereits Metastasen vor? Das sind Kriterien, die die Wahl einer geeigneten Behandlung stark beeinflussen. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wie es Sophie geht. Wie fühlt sie sich? Aber auch Ihre persönliche Situation (Familien- und Berufsleben und letztendlich finanzielle Aspekte) muss bei der Entscheidung, ob eine Therapie in Frage kommt unbedingt berücksichtigt werden. Sie sollten sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Onkologen Ihres Vertrauens nehmen. Nur er kann Sie über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und sie mit den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Therapieformen vertraut machen.

Bei einigen Patienten ist eine Heilung der Erkrankung möglich. In diesem Fall werden oft verschiedene Therapien kombiniert, z.B. eine Strahlentherapie nach einer Operation. Im besten Fall kann das Tier danach wieder eine völlig normale Lebenserwartung haben.

Bei Tieren, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, schlagen wir einen Therapieplan vor, der es dem Patienten ermöglichen soll, eine möglichst schmerz- und symptomfreie Zeit zu erleben. Hier geht es vor allem darum, möglichst lange eine gute Lebensqualität zu erhalten. Diese lindernde Therapie ist bereits mit relativ geringem Aufwand möglich. Der Tierarzt wird sie so gestalten, dass Nebenwirkungen so weit wie möglich vermieden werden.

In der Veterinärmedizin kommen die Chirurgie, die Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz. Keine der Therapien ist ohne Risiko, bestimmte Nebenwirkungen sind einzukalkulieren.

Erstaunlicherweise sind die Nebenwirkungen einer Chemotherapie beim Tier wesentlich geringer als beim Menschen. Es sind tatsächlich nur wenige Hunde davon betroffen. Gegen eventuelle Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Durchfall kann dem Patienten vorübergehend mit geeigneten Medikamenten geholfen werden. Schwerere Nebenwirkungen wie eine durch Fieber begleitete Sepsis (Blutvergiftung) betreffen sehr wenige der behandelten Hunde und erfordern unter Umständen eine intensivere Behandlung.

Ein Tumor bei Ihrem geliebten Vierbeiner ist eine schwerwiegende Nachricht für Sie. Ich wünsche Ihnen viel Mut, Kraft und Vertrauen für die vorliegenden Entscheidungen.

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