Mein Hund hat Schmerzen in der Hinterhand - Cauda equina

Deutliches Cauda Equina Syndrom

Bei unserem Deutschen Schäferhund Alf beobachte ich seit einigen Tagen, dass er seine Rute nicht mehr bewegt. Ich denke aber, die Rute hat wichtige Funktionen bei der Bewegung des Körpers und ich wundere mich sehr darüber. Alf ist 8 Jahre alt und scheint sonst aktiv (ist also hinter den Katzen her!) und zeigt keine Schmerzen. Was raten Sie mir? Petra W., Rostock

Sehr geehrte Frau W.,
zunächst überprüfen Sie, ob Alf wirklich gesund ist und keine erhöhte Temperatur hat, indem Sie Fieber messen. Wie sieht es mit seiner Nahrungsaufnahme aus? Frisst er gern? Ist seine Verdauung normal?

Als nächstes würde ich überprüfen, ob bei Alf alles im Bauchraum in Ordnung ist. Lassen Sie Alf gründlich untersuchen. Es können Probleme wie Entzündungen oder Fremdkörper  im Magen oder im Darmtrakt vorliegen. Auch die anderen inneren Organe wie Leber und Niere sollten bei Alf überprüft werden.

Wenn hier keine Ursache für Alfs Unwohlsein gefunden wurde, schließt sich eine gründliche orthopädische und neurologische Untersuchung an.

Am Ende des Lendenwirbelbereich bzw. am Übergang zu den Schwanzwirbeln befinden sich beim Hund lange Nervenwurzeln, die Cauda equina oder auch Pferdeschwanz genannt werden. Der Lenden-Kreuzbereich ist in der Bewegung stark belastet. Verengt sich durch verschiedene Gründe (Bandscheibenvorfall, Arthrosen etc.) der Wirbelkanal und die Nervenfasern werden gequetscht, kommt es zu Schmerzen, aber auch zu Ausfallerscheinungen. Der Harn- und Kotabsatz kann manchmal nicht mehr kontrolliert werden. Oder der Hund lahmt zeitweise, zieht die Pfoten nach und zeigt allgemein eine unkoordinierte, schwache Hinterhand. Dazu zählt auch, dass die Rute geschont wird.

Ein Röntgenbild hilft bei der Diagnose. Die sichersten Aussagen lassen MRT-Bilder zu.

Sollte sich der Verdacht des Cauda equina Syndroms bestätigen, bieten sich verschiedene Therapien an. Eventuelle Schmerzen werden durch entsprechende Medikamente beseitigt. Eine gezielte Physiotherapie fördert den Muskelaufbau, kräftigt die Hinterhand und entlastet die Gelenke. In schweren Fällen ist eine Operation notwendig.

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