Mein Hund schüttelt sein geschwollenes Ohr

Schüttelt ein Hund zu häufig den Kopf, ist dies ein Alarmsignal!
Photo credit: Matt Salas via Visual hunt / CC BY

Unser Cocker Spaniel Higgins trägt seit einiger Zeit seinen Kopf so komisch schief. Er schüttelt ihn häufig.  Das rechte Ohr erscheint mir etwas prall, geschwollen. Sonst geht es ihm sehr gut. Vor allem ist er wie immer unersättlich wenn es um sein Futter geht. Wäre es doch besser, einen Tierarzt aufzusuchen oder wird das Ohr wieder allein besser? Martina K., Rostock

Sehr geehrte Frau K.,
auf alle Fälle sollten Sie Higgins zunächst einem Tierarzt vorstellen. Das Ohr muss gründlich untersucht werden. Aus der Ferne hört sich das Geschehen wie ein „Blutohr“ an. Dabei handelt es sich um einen Bluterguss im Ohr. Es ist sogar möglich, dass das Hämatom nach 3 bis 4 Wochen  wieder von allein verschwindet. Die gesammelte Flüssigkeit zwischen Knorpel und Haut wird dann resorbiert. Jedoch ist meist mit bleibenden Veränderungen am Ohr zu rechnen wie narbiges Gewebe oder eine verformte Ohrmuschel. Außerdem sollte Higgins vom Juckreiz bzw. seinen Schmerzen so schnell wie möglich befreit werden.

Ein Blutohr ist meistens die Folge einer ernsthaften Ohrerkrankung, z.B. eine Entzündung des Ohres durch Bakterien, einen Fremdkörper oder Hefen. Dem Hund schmerzt das Ohr, es ist lästig und er möchte es wegschütteln. Winzige Blutgefäße werden dabei verletzt. Das Blut sammelt sich unter der Haut und fühlt sich voll und dick an. Es sollte bei Higgins unbedingt die Ursache für das Ohrhämatom gefunden und behandelt werden. Nur dann werden Sie langfristig von dem Blutohr Ruhe haben.

Zunächst muss abgeklärt werden, ob es sich wirklich um ein Hämatom am Ohr handelt. Wir werden prüfen, ob keine Blutgerinnungsstörung vorliegt oder ob die Anzahl der Blutplättchen in Ordnung ist.

In Abhängigkeit von der Größe des Hämatoms schauen wir zunächst, ob es sich konservativ behandeln lässt. Dazu wird das Blut aus dem Ohr mit einer Spritze abgesaugt. Meistens füllt sich das Ohr wieder sehr schnell mit Flüssigkeit so dass diese Prozedur mehrmals nötig wird. Die Verabreichung von Kortison ist in einigen Fällen angezeigt um die Therapie zu unterstützen.

Wenn diese Maßnahmen nicht fruchten, muss das Hämatom operativ behandelt werden. Die betroffene Seite des Ohres wird eröffnet und nach der Säuberung wieder verschlossen. In Abhängigkeit von der Nahttechnik ist es möglich, einen Verband anzulegen, damit der Patient keine Chance zum Aufkratzen der Wunde oder zum Schütteln bekommt. Am besten gelingt das durch einen Halskragen. Regelmäßige Kontrollen der Wunde schützen vor bösen Überraschungen. Nach 10 bis 14 Tagen dürfen die Fäden gezogen werden und das Blutohr gehört nur noch zu den Erinnerungen.

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