Wann soll ich meinen Hund entwurmen?

Photo credit: shouldbecleaning via Visual Hunt / CC BY

Mit meinem Beagle Ben gehe ich jeden Tag in den Wallanlagen von Rostock spazieren. Ich entsorge das große Geschäft von Ben mit einer Plastiktüte. Dabei schaue ich, ob ich eventuell Würmer entdecke. Da ich bisher nichts erkennen konnte, habe ich Ben auch nicht entwurmt. Ist das richtig? Kerstin L. aus Rostock

Liebe Frau L.,
wenn Sie im Kot Ihres Beagles oder auch auf seinem Liegeplatz raupenartig bewegende Wurmglieder oder reiskorngroße Glieder finden, ist das Tier tatsächlich von Bandwürmern befallen. Dann besteht auch ein Übertragungsrisiko für Sie und Ihre Familie. Aber so weit wollen Sie es doch nicht kommen lassen?

Ziel des heutigen Gesundheitsmanagements besteht darin, die Parasiten  (neben den Bandwürmern zählen auch Spul- und Hakenwürmer dazu) rechtzeitig und regelmäßig in Schach zu halten.

Ein Befall an Spul- und Hakenwürmern führt bei einem erwachsenen Hund wie Ben nur selten zu sichtbaren Beschwerden, beim Welpen dagegen zu schweren Erkrankungen. Da aber auch eine Übertragungsgefahr für uns Menschen besteht, ist eine gezielte Bekämpfung unerlässlich.

Werden Spulwurmeier von Menschen aufgenommen, wandern die Larven durch den Körper und können Nervenbahnen, Auge oder das Gehirn befallen.

Ob und wie stark der Darm von Ben befallen ist, lässt sich nur über regelmäßige Kotuntersuchungen bei Ihrem Tierarzt klären. Am besten, Sie vereinbaren so schnell wie möglich einen Termin.

Wie häufig Sie dann tatsächlich Ihren Hund entwurmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Wieviel Freilauf (ohne Leine) hat Ben? Ist er dabei immer beaufsichtigt?

Wie häufig hat Ben Kontakt zu wilden Nagetieren, zum Kot von Artgenossen, zu Kadavern?

Bekommt er Schlachtabfälle, rohes Fleisch oder rohen Fisch verabreicht?

Ist das Trinkwasser immer frisch?

Reisen Sie häufig mit ihm ins Ausland?

Natürlich ist die Ansteckungsgefahr sowohl von Region zu Region unterschiedlich als auch im Bestand, z.B. in Tierheimen oder großen Zwingeranlagen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zweimalige Entwurmung/ Jahr nicht ausreichend ist. Allgemein wird eine viermalige Entwurmung empfohlen, also alle drei Monate. Ihr Tierarzt empfiehlt Ihnen das am besten wirkende Wurmmittel für Ihren Hund. Bei der Wahl des Medikaments sollten Sie auch die Darreichungsform achten ( Tabletten, Paste oder Flüssigkeit) und diejenige vorziehen, die Ben nicht abschreckt.

Trotz dieser wirkungsvollen Maßnahme ist es wichtig, dass Sie weiterhin auf die Hygiene im Umgang mit Ben achten. Dazu leisten Sie durch das konsequente Entfernen von Bens Hinterlassenschaften einen wichtigen Beitrag. Übrigens sollten Sie Ihr geschlossenes Kotbeutelchen über den Hausmüll entsorgen, wo er der Verbrennung zugeführt wird. Und nicht in der Toilette oder auf dem Kompost landet. Außerdem sollten Sie nicht zu eng mit Ben schmusen bzw. nach Ihren Kuscheleinheiten die Hände waschen.

Sie tun viel für die Gesundheit von kleinen Kindern, wenn Sie Ben untersagen, auf Spielplätzen zu toben oder sich dort gar zu erleichtern.

Liebe Frau L., Sie sehen, als Hundehalterin tragen Sie eine große Verantwortung für die Gesundheit Ihres vierbeinigen Lieblings, aber auch für die Ihrer Familie und anderer Menschen. Alle Tierärzte, Hunde- und Katzenhalter, aber auch Verbände, Humanmediziner, Stadträte und Medien  sind aufgerufen, diese Verantwortung wahrzunehmen und mit Aufmerksamkeit und Sensibilität das Risiko von Infektionen über Parasiten zu mindern.

Seriöse Internetseiten wie z.B. www.esccap.org leisten Ihnen wertvolle Hilfe.

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